Für alle, die in der Kosmetik- und Fußpflegebranche arbeiten, ist der Hautkontakt mit anderen Menschen alltäglich. Doch dort, wo Hautkontakt, Feuchtigkeit, Instrumente und häufige Berührungen zusammenkommen, entstehen auch ideale Bedingungen für Keime. Deshalb gehört eine korrekt durchgeführte Händedesinfektion zu den wichtigsten Hygieneschritten im Berufsalltag. So schützen wir unsere Kund:innen aber auch uns selbst vor einer Ansteckung mit Bakterien, Viren und Pilzen.
Wie desinfiziere ich meine Hände nun aber richtig?
Dass diese Frage nicht so einfach zu klären ist, haben wir unseren Schüler:innen bei einem Experiment mit UV-Licht verdeutlicht.
Schritt 1: Hände trocknen
Feuchte Hände verdünnen das Desinfektionsmittel und machen es weniger wirksam.
Schritt 2: Ausreichend Mittel verwenden
Mindestens 3 ml (ca. eine hohle Hand voll). Die Hände müssen vollständig benetzt sein.
Schritt 3: Alle Bereiche gründlich einreiben – in dieser Reihenfolge:
- Handflächen aneinander reiben
- Rechte Handfläche über linken Handrücken und umgekehrt
- Handflächen mit verschränkten Fingern gegeneinander reiben
- Außenseiten der Finger in die jeweils andere Handfläche legen
- Daumen kreisend umfassen und reiben
- Fingerspitzen und Nagelfalze in der Handfläche einreiben
- Handgelenke nicht vergessen
Schritt 4: 30 Sekunden einwirken lassen – nicht abtrocknen!
Das Mittel muss vollständig verdunsten, um richtig zu wirken.
UV-Licht-Experiment: Händedesinfektion sichtbar gemacht
Um zu zeigen, wie gründlich eine Händedesinfektion wirklich durchgeführt werden muss, haben wir ein spezielles Desinfektionsgel eingesetzt, das unter UV-Licht fluoresziert. Dazu haben wir das UV-sensitive Desinfektionmittel aufgetragen und die Hände wie gewohnt desinfiziert.
Unter UV-Licht wurde sichtbar, welche Bereiche korrekt eingerieben wurden und wo Desinfektionslücken geblieben sind. Typische „Problemzonen, die häufig nicht desinfiziert werden sind z.B. der Handrücken, die Zwischenräume zwischen den Fingern und die Fingerkuppen.
Fingerabdruck-Experiment: Keime eine Woche bei Körpertemperatur wachsen lassen
Um die Unterschiede zwischen sauber desinfizierten und nicht desinfizierten Fingern noch deutlicher zu zeigen, haben wir einen zweiten Versuch durchgeführt.
So lief der Test ab:
- Mit nicht desinfizierten Fingern setzten wir Fingerabdrücke auf Nährböden.
- Anschließend wiederholten wir das Ganze mit frisch desinfizierten Fingern.
- Die Nährböden lagerten eine Woche lang bei ca. 37°C (Körpertemperatur).
Das Ergebnis
Nicht desinfizierten Finger:
Nach wenigen Tagen bildeten sich sichtbare Kolonien von Bakterien und Hefen. Die Abdruckform des Fingers war klar erkennbar – jeder Finger wurde zu einer „Keim-Landkarte“.
Desinfizierte Finger:
Auf diesen Nährboden wuchsen kaum bis gar keine Keime. In den meisten Fällen blieb der Abdruck komplett steril.
Dieser Versuch zeigte uns eindrucksvoll: Richtige Händedesinfektion wirkt – und zwar sofort und deutlich sichtbar!